“Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter.” mit diesem Slogan zogen die Grünen in den Bundestagswahlkampf 1990 – und scheiterten krachend.

Fast 30 Jahre später scheint der Ernst der Lage immer noch nicht bei allen angekommen zu sein. Dass wir die derzeitige Hitzewelle meist immer noch im Hinblick auf das sommertaugliche Büro-Outfit und Badesee-Guides diskutieren, macht Bloggerin Katharina Nocun wütend.

Umwelt- und Klimaschutz waren einst zentrale Thema, die die Grünen groß gemacht haben und die Atomausstiegsdebatte nach Fukushima bugsierte sie auf Bundesebene 2011 kurzzeitig sogar vor die SPD. Das Verhältnis zum eigentlichen Wunschpartner ist nicht erst seitdem ambivalent, gerade in den letzten Tagen oszillierten die Bekundungen aus beiden Lagern zwischen mantrahafter Selbstvergewisserung als progressives Traumpaar und gegenseitiger Abgrenzung. Daniel Sturm hat den Stand des rot-grünen Projekts analysiert, das mittlerweile nur noch in Bremen und Hamburg die Regierung stellt.

Die mit einer schwarz-gelben Unterbrechung seit 2005 mit der Union regierende SPD erinnert die Grünen dabei gerade auffallend häufig an die gemeinsame Sache. Doch beide Parteien bewegen sich in unterschiedliche Richtungen: Die Grünen im Aufwind, der v. a. durch die beiden Vorsitzenden Habeck und Baerbock getrieben ist, die mehrheitsfähige Positionen mit einem glaubhaften Auftritt verbinden. Außerdem machen sie in den Augen vieler das klarste Gegenangebot zur AfD. Das Ergebnis: Ein Fünfjahreshoch in den Umfragen. Forsa-Chef Manfred Güllner, nie um eine steile These und Spitze gegen die Parteifreunde aus dem Willy-Brandt-Haus verlegen, sieht die Grünen perspektivisch sogar vor den SozialdemokratInnen. Den GenossInnen merkt man derweil eine gewisse Nervosität ob des demoskopischen Tiefflugs an. Der Blick auf den wachkomatösen Zustand der meisten europäischen Schwesterparteien hilft auch wenig.

Während sich SPD und Grüne um den Platz in der (linken) Mitte streiten, ist die neue “Aufstehen”-Bewegung von Sahra Wagenknecht klar am und für den linken Rand angetreten. Die Reaktionen aus der potenziellen #R2G-Zielgruppe waren bisher – freundlich formuliert – reserviert. Die Zeit beleuchtet die zentralen Akteure der selbsternannten Sammlungsbewegung im Schatten der omnipräsenten Oppositionsführerin.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart
Philipp Sälhoff


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Mitgliederzuwachs bei Parteien – Erstmals seit der Wiedervereinigung verzeichnen die meisten deutschen Parteien wieder ein Mitglieder-Plus: Die Zahl der Beitritte stieg im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 22.000 (+1,8 %). Am meisten profitierte die FDP mit einem Zuwachs von 17 %, gefolgt von der AfD mit 10,4 %. Auch die SPD konnte erstmals seit Jahrzehnten leicht zulegen (+2,4 %), während die Zahlen bei CDU (-1,4 %) und CSU (-1 %) weiter rückläufig sind. ➡ faz.net (Meldung) fu-berlin.de (Studie)

ExpertInnen für den digitalen Staat – Das Beratungsunternehmen Apolitical hat die weltweit wichtigsten ExpertInnen in Sachen Digitalisierung von Regierung und Verwaltung zusammengetragen und erstmals „The World’s 100 Most Influential People in Digital Government“ gekürt. Auch ein Deutscher auf die Liste geschafft: Stefan Schweinfest, Leiter der UN Statistik-Abteilung. ➡ apolitical.co

Podcast zum Thema Digitale Identität – In der neuen Podcast-Reihe „Digital You“ tauscht sich Digital-Coach Kathrin Köhler mit MeinungsführerInnen der Kommunikations- und Digitalbranche über Identität im Digitalzeitalter aus. Zum Auftakt spricht sie mit D21-Geschäftsführerin Lena-Sophie Müller über die gezielte Nutzung digitaler Medien zum Netzwerken, Strategien gegen digitale Überforderung oder daüber, wo Digitalisierung in Deutschland steht. ➡ linkedin.com (Meldung) | itunes.apple.com (Podcast)


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Tweet der Woche: Thema verfehlt

„Man müsste öfter über Digitalisierung, Bildung, Pflege, Renten und Mieten sprechen!“ – Laut Umfragen bewegen diese Themen Deutschland weitaus mehr, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Am Ende steht dann aber doch meist wieder Migration und Flucht auf dem Programm. Die Datenjournalisten vom “Einfachen Dienst” haben die Sommerinterviews von ARD und ZDF analysiert und festgestellt, dass es mit der Themendiversität nicht weit her ist. 


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Veranstaltung der Woche

15.08. – Satire und Politik – INFORMR Sommer-Talk – u.a. mit Shahak Shapira & Cem Özdemir
INFORMR-Sommertalk | Politik und Satire | IPSE, Berlin | 18:30

Politische Satire erreicht Millionen Menschen – während politische Nachrichten als dröge empfunden werden. Gerade junge Leute wollen Politik unterhaltend konsumieren und schauen lieber die ZDF heute-show als die „Tagesthemen“. Kann das den Einstieg in die politische Diskussion erleichtern oder ist es eine gefährliche Entwicklung? Darüber sprechen wir mit SatirikerInnen und PolitikerInnen – und fragen: Wieviel Humor ist erlaubt und was will Politsatire eigentlich erreichen? Die Gäste sind: Shahak Shapira, Satiriker; Nicola BeerFDP; Cem ÖzdemirBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Cesy Leonard, Zentrum für Politische Schönheit ➡ Zur Eventseite

Weitere aktuelle Politik-Events aufpolitcal.de:

Täglich aktuelle Termine finden Sie auf www.politcal.de, auch bereits vorsortiert für: Institutions – Stakeholder – Political Consulting


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Job der Woche

More in Common sucht (Senior) Projektmanager/in für Gründungsteam
Berlin | ab sofort

More in Common ist eine junge gemeinnützige internationale Initiative, die sich der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts verpflichtet hat. Für uns gehören gesellschaftliche Spaltung und zunehmende Polarisierung zu den drängendsten Themen unserer Zeit. Darauf wollen wir mit neuen Ansätzen reagieren. Für das Gründungsteam in Deutschland suchen wir: zwei (Senior) Projektmanager/innen (idealerweise in Vollzeit) mit Pioniergeist und Leidenschaft für gesellschaftlichen Zusammenhalt. ➡ zur kompletten Ausschreibung

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Stakeholder der Woche

Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC)
Die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels sind offensichtlicher als je zuvor. Die Zunahme von Wirbelstürmen, Dürren und Waldbränden sind nur einige Beispiele, die der globalen Erwärmung der Erdatmosphäre zugeschrieben werden. Um diesem Problem zu begegnen, wurde im Jahr 1992 das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) verabschiedet. Das Sekretariat unterstützt unter anderem die Verhandlungen zum Klimawandel, organisiert Konferenzen, analysiert und überprüft die Informationen und Daten zum Klimawandel, die von den Vertragsstaaten erstellt werden. Das Sekretariat unterstützt außerdem die Umsetzung des Kyoto- Protokolls. ➡ zum vollständigen Stakeholder-Eintrag

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